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E&G Quaternary Science Journal An open-access journal of the German Quaternary Association
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Volume 23/24, issue 1
E&G Quaternary Sci. J., 23/24, 76–88, 1973
https://doi.org/10.3285/eg.23-24.1.06
© Author(s) 1973. This work is distributed under
the Creative Commons Attribution 3.0 License.
E&G Quaternary Sci. J., 23/24, 76–88, 1973
https://doi.org/10.3285/eg.23-24.1.06
© Author(s) 1973. This work is distributed under
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  15 Oct 1973

15 Oct 1973

Überlegungen zur Morphogenese des Norddeutschen Flachlandes, dargestellt am Beispiel des unteren Elbtales

Eckhard Grimmel Eckhard Grimmel

Abstract. In Anlehnung an Henkel (1909, 1925), Jentzsch (1921), Wolff (1928), V. Bülow (1928), Louis (1936), Limanowski (1936), Richter (1937), Kádár (1963), Eissmann (1967) und Aseev (1968) wird ein Modell entwickelt, nach dem für die Reliefformung des Norddeutschen Flachlandes hauptsächlich subglaziäre Prozesse (Erosion und Sedimentation des Eises und seiner Schmelzwässer) verantwortlich gemacht werden. Die Erhaltung der Formen wird zurückgeführt auf einen Abbau des Eises in der Form des Niedertauens von Toteis bzw. Toteisgürteln. Aus dieser Hypothese wird abgeleitet, daß die Zahl der Endmoränen bzw. Eisrandlagen bei weitem kleiner ist als bisher noch angenommen wird. Da man nämlich nicht mit einem „oszillierend" sich zurückziehenden Eisrand rechnen darf, kann es auch keine „Rückzugsstaffeln" geben. Aus gestaffelt hintereinander auftretenden Höhenzügen läßt sich also keine zeitliche und räumliche Gliederung der Endphase einer Vereisung gewinnen. Die heute generell herrschende Meinung, die Urstromtäler seien als eisrandabhängige Schmelzwasserabflußbahnen sukzessiv entstanden, wird abgelehnt. Sie werden aufgefaßt als bevorzugte Zonen subglaziärer Erosion und Exaration (durch Schmelzwässer und Eis). Unter diesem Aspekt gesehen dürften die Urstromtäler einer Vereisung mehr oder weniger gleichzeitig entstanden sein. Daraus ergibt sich die Folgerung, daß sie genetisch nicht zu Eisrandlagen in Beziehung gesetzt werden können.

Publications Copernicus
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