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E&G Quaternary Science Journal An open-access journal of the German Quaternary Association
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Volume 48, issue 1
E&G Quaternary Sci. J., 48, 170–176, 1998
https://doi.org/10.3285/eg.48.1.15
© Author(s) 1998. This work is distributed under
the Creative Commons Attribution 3.0 License.
E&G Quaternary Sci. J., 48, 170–176, 1998
https://doi.org/10.3285/eg.48.1.15
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  01 Jan 1998

01 Jan 1998

Die phylogenetische Stellung der Neandertaler im Licht erster DNA-Analysen

Ralf W. Schmitz and Heike Krainitzki Ralf W. Schmitz and Heike Krainitzki

Abstract. Das Neandertal liegt 13 Kilometer östlich von Düsseldorf, Deutschland. Im August 1856 kamen beim Abbau der Kleinen Feldhofer Grotte Teile eines menschlichen Skelettes zutage. In den folgenden Jahren entbrannte vor dem Hintergrund der Evolutionstheorie eine heftige Kontroverse um Alter und Einstufung der Entdeckung. Heute wird der Fund allgemein den Späten Neandertalern der letzten Kaltzeit zugerechnet. Über die phylogenetische Stellung und das Schicksal dieser Menschen bestehen sehr unterschiedliche Auffassungen. Seit 1991 wird das Neandertaler-Typusexemplar im Rahmen eines interdisziplinären Projektes des Rheinischen Landesmuseums Bonn neu untersucht. Recherchen in Bezug auf Faktoren wie z. B. die Lagerungsbedingungen des Skelettes in der Grotte, weiterhin der sehr gute Erhaltungszustand der geborgenen Skelettreste ließen die Suche nach DNA vertretbar erscheinen. Die besonders gute Erhaltung des rechten Humerus einhergehend mit dem guten Zustand der schützenden Lackschicht auf der Knochenoberfläche führten zur Entscheidung, diesen Knochen zu beproben. Aus dieser Probe konnte eine mitochondrial DNA-Sequenz des Neandertalers isoliert werden. Sequenzvergleiche mit mitochondrialen DNA-Sequenzen moderner Menschen zeigen, daß die Neandertaler-Sequenz aus der Variationsbreite heutiger Menschen herausfällt. Die Neandertaler-Sequenz stützt ein Szenario, in dem die modernen Menschen als getrennte Spezies in Afrika entstanden sind und später die Neandertaler ohne oder nahezu ohne Vermischung ersetzt haben.

Publications Copernicus
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